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23.04.2026

Datenbasierte Weiterentwicklung der Beschaffung

Verpackungsmaterial wird in Karton gepackt

Bei Berlin Packaging | Rixius bildet die Erfassung und Bewertung emissionsbezogener Daten eine Grundlage, um Beschaffungsprozesse schrittweise weiterzuentwickeln. Der Corporate Carbon Footprint (CCF) zeigt innerhalb definierter Systemgrenzen, in welchen Bereichen Treibhausgasemissionen entstehen und wo mögliche Reduktionspotenziale geprüft werden können.

Ergänzend betrachten wir ausgewählte Verpackungsprodukte auf Produktebene. Mithilfe von Product Carbon Footprints (PCF) können einzelne Verpackungsprodukte innerhalb festgelegter Systemgrenzen analysiert werden. Dabei werden unter anderem Materialeinsatz, Herstellungsverfahren, Herkunft und Transportwege berücksichtigt.

Diese produktbezogene Perspektive ergänzt die Unternehmenssicht des Corporate Carbon Footprint und kann Beschaffungsentscheidungen auf Basis konkreter Produkt- und Emissionsdaten unterstützen.

Emissionsdaten als Grundlage für Beschaffungsentscheidungen

Der Corporate Carbon Footprint 2025 von Berlin Packaging | Rixius wurde nach dem Greenhouse Gas Protocol Corporate Accounting and Reporting Standard erstellt. Die Berechnung bezieht sich auf einen definierten Zeitraum, festgelegte Systemgrenzen und die darin berücksichtigten Emissionsquellen.

Die Erhebung unterstützt dabei, Emissionstreiber im betrachteten Berechnungsumfang nachvollziehbar zu identifizieren und Beschaffungsentscheidungen stärker an verfügbaren Daten auszurichten.

Auch Product Carbon Footprints können zur Bewertung einzelner Verpackungsprodukte herangezogen werden. Die PCF-Berechnungen erfolgen nach ISO 14067:2018 und nach dem Cradle-to-Gate-Prinzip. Sie umfassen die jeweils definierten Prozessschritte von der Rohstoffgewinnung über die Materialherstellung bis zu den Transporten zum Werkstor.

Die Ergebnisse können Verpackungsprodukte innerhalb gleicher Systemgrenzen, Datengrundlagen und Berechnungsmethodik vergleichbarer machen. Eine belastbare Vergleichbarkeit setzt voraus, dass Berechnungsumfang, funktionelle Einheit, Datenqualität und Methodik übereinstimmen.

Greenhouse Gas Protocol

Das Greenhouse Gas Protocol unterteilt Treibhausgasemissionen in drei Bereiche, sogenannte Scopes. Diese Einteilung hilft dabei, Emissionsquellen nach Verantwortung und Einflussbereich einer Organisation zu strukturieren.

  • Scope 1 umfasst direkte Emissionen aus Quellen, die ein Unternehmen selbst besitzt oder kontrolliert.
  • Scope 2 umfasst indirekte Emissionen aus eingekaufter Energie, zum Beispiel Strom, Wärme, Dampf oder Kühlenergie.
  • Scope 3 umfasst weitere indirekte Emissionen entlang der Wertschöpfungskette, soweit sie innerhalb der definierten Systemgrenzen berücksichtigt werden.

Product Carbon Footprints können insbesondere Informationen zu vorgelagerten Emissionen einzelner Verpackungsprodukte liefern. Damit ergänzen sie die Betrachtung von Scope-3-Emissionen im Corporate Carbon Footprint.

Fokus auf eingekaufte Materialien und Verpackungen

Im Scope 3 werden unter anderem Emissionsquellen wie Geschäftsreisen, Abfall an Bürostandorten sowie eingekaufte Waren und Dienstleistungen betrachtet, soweit sie innerhalb der definierten Systemgrenzen des Corporate Carbon Footprint berücksichtigt wurden.

Im Corporate Carbon Footprint 2025 von Berlin Packaging | Rixius entfallen innerhalb des betrachteten Berechnungsumfangs 164,76 t CO₂e auf Scope 3. Das entspricht 53,03 % der ausgewiesenen Gesamtemissionen von 310,68 t CO₂e.

Der Bereich eingekaufte Waren und Dienstleistungen trägt mit 26,27 t CO₂e beziehungsweise 8,45 % zum Gesamtergebnis bei. Damit stellen Materialien, Produkte und Verpackungen einen relevanten Prüfbereich für die weitere datenbasierte Betrachtung der Beschaffung dar.

Gerade bei Transport- und Versandverpackungen können Materialart, Gewicht, Herstellungsland, Herstellungsverfahren und Transportwege relevante Einflussfaktoren sein. PCF-Analysen können helfen, diese Faktoren auf Produktebene sichtbar zu machen und Unterschiede innerhalb gleicher Systemgrenzen und Berechnungsmethodik nachzuvollziehen.

Beschaffung als datenbasierter Entwicklungsprozess

Der Corporate Carbon Footprint dient als Instrument, um emissionsrelevante Bereiche innerhalb des definierten Berechnungsumfangs sichtbar zu machen. Daraus können Prüfbereiche und mögliche Maßnahmen für Beschaffung, Materialauswahl und Lieferkettenprozesse abgeleitet werden.

Mögliche Ansatzpunkte sind unter anderem:

  • die Prüfung von Materialien mit geringerer Emissionsintensität innerhalb vergleichbarer Anwendungen,
  • die Reduktion von Materialeinsatz, sofern Produktschutz, Funktionalität und regulatorische Anforderungen weiterhin erfüllt werden,
  • die schrittweise Weiterentwicklung von Beschaffungs- und Lieferkettenstrukturen auf Basis verfügbarer Daten und Nachweise.

Die Ergebnisse aus Product Carbon Footprints können hierfür eine zusätzliche Entscheidungsgrundlage liefern. Sie zeigen, an welchen Stellen Material-, Gewichts-, Herkunfts- oder Prozessunterschiede innerhalb der betrachteten Systemgrenzen zu unterschiedlichen Emissionswerten führen.

Ausblick: Beschaffung mit emissions- und ressourcenbezogenen Daten weiterentwickeln

Berlin Packaging | Rixius betrachtet die Weiterentwicklung der Beschaffung als fortlaufenden Prozess. Auf Basis des Corporate Carbon Footprint 2025 sollen emissionsrelevante Bereiche weiter geprüft und Beschaffungsentscheidungen künftig stärker mit verfügbaren Emissions- und Materialdaten verknüpft werden.

Im Fokus stehen insbesondere Materialauswahl, Transport- und Versandverpackungen sowie ausgewählte vorgelagerte Wertschöpfungsschritte, soweit hierfür belastbare Daten und Nachweise vorliegen.

Die Kombination aus Corporate Carbon Footprint und Product Carbon Footprints verbindet die Unternehmensperspektive mit ausgewählten produktbezogenen Betrachtungen. Dadurch können Beschaffungsentscheidungen nachvollziehbarer dokumentiert und auf Basis definierter Berechnungsgrundlagen weiterentwickelt werden.