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Glas als Werkstoff

Glas ist ein amorphes Festkörpermaterial und besitzt eine ungeordnete glasartige Molekularstruktur, die es ihm erlaubt, bei Raumtemperatur fest zu sein. Die amorphe Struktur von Glas ist verantwortlich für die transparente Erscheinung und ermöglicht seine besonderen optischen und mechanischen Eigenschaften. Für die Herstellung werden natürliche oder naturidentische anorganische Stoffe bei Temperaturen von 1.400 °C bis 1.650 °C eingeschmolzen. Zu diesen Rohstoffen gehören unter anderem Quarzsand, Soda, Kalk, Feldspat und Pottasche. Die genaue Zusammensetzung der Ausgangsstoffe bestimmt später die jeweiligen Eigenschaften des entstehenden Glases. Glas ist bei Temperaturen um 1.000 °C beliebig formbar und behält seine Form auch nach dem Erkalten bei. In seiner Grundform ist Glas transparent. Es kann jedoch beliebig getönt und eingefärbt werden.

Glas - Fragen & Antworten

Glas als Verpackungsmaterial bringt gleich mehrere Vorteile mit sich. Einer der herausragendsten Pluspunkte ist seine extreme chemische Stabilität. Es interagiert nicht mit seiner Füllung. Mit Ausnahme von Flusssäure lassen sich darin fast alle Stoffe verpacken. Gleichzeitig gibt es keinerlei Substanzen an seinen Inhalt ab und ist daher zum einen physiologisch unbedenklich, zum anderen besteht dadurch keine Gefahr, dass der Inhalt durch abgesonderte Stoffe beeinträchtigt werden kann. Die relative Unangreifbarkeit und die Dichte dieses Materials ist einer der größten Vorteile von Glas. Es hält flüchtige Stoffe. Gerüche, Aromen oder Lösemittel, die das Produkt flüssig halten, können durch Glas nicht diffundieren. Sie entweichen nicht, sondern bleiben erhalten. 

Da Glas direkt bedruckbar ist, werden keine zusätzlichen Folien oder Papierhüllen benötigt, um die notwendigen oder geforderten Angaben auf die Verpackung aufzudrucken. 

Außerdem ist Verpackungsglas zu 100% recyclebar. Problematisch an Glas sind lediglich, verglichen mit Kunststoff oder Weißblech, das höhere Gewicht und die höhere Bruchgefahr.

Getöntes oder gefärbtes Glas kann seinen Inhalt außerdem vor unerwünschter Lichteinstrahlung bewahren. Nicht nur klares, sondern auch getöntes Glas ist bis zu einem gewissen Grad transparent, so dass sich der Füllstand der Verpackung von außen gut erkennen lässt.

Glas ist sehr widerstandsfähig gegenüber allen Arten organischer und anorganischer Stoffe. Auch problematische Produkte wie Öle und Fette, Alkohole, Kraftstoffe und andere Lösungsmittel sowie starke Säuren und Laugen lassen sich problemlos in Glas verpacken. Im Gegensatz zu Kunststoffen wird die Verwendung von Glas als Verpackungsstoff daher nicht vom Inhalt beschränkt.

Glas als Werkstoff in der Verpackungsindustrie bietet so viele Möglichkeiten, dass es noch auf lange Zeit ein fester Teil der Verpackungsstoffe bleiben wird. Unbedenklich, chemisch extrem stabil und vielfältig form- und modifizierbar, ist und bleibt es für viele produzierende Branchen attraktiv.

Glas ist ein interessantes Verpackungsmaterial für viele Industriezweige. Aus der Lebensmittelindustrie ist es beispielsweise in Form von Getränkeflaschen nicht wegzudenken. In der Pharmaindustrie sind es zum Beispiel Knickampullen und viele Stichflaschen, die ohne Glas nicht möglich wären. In der Kosmetikindustrie kommt es unter anderem in der Form von Ampullen oder Tiegeln zum Einsatz. Auch die Chemie-Industrie, mit ihrer vielfältigen Produktpalette, greift aufgrund seiner chemischen Stabilität gern auf Glas als Verpackungsstoff zurück.

In Glas verpackt werden hauptsächlich Flüssigkeiten und pulverförmige Erzeugnisse. Aber auch halbfeste Produkte wie angedickte Saucen, Cremes oder Gele lassen sich hervorragend damit einfassen.

Für Behälterglas wurde bereits im Jahr 1974 ein flächendeckendes Sammelsystem eingerichtet. Meist werden Bringcontainersysteme zur getrennten Erfassung von Weiß-, Braun- und Grünglas eingesetzt. Über 250 000 solcher Altglascontainer sind bundesweit im Einsatz.

Eine Trennung nach Farben ist wichtig, um aus den Scherben neue Glasverpackungen in der jeweiligen Farbe herzustellen. Glasverpackungen aus Opalglas (milchiges Weißglas) sollten im Weißglascontainer entsorgt werden.

Blaue Flaschen und Behältergläser in anderen Farben, die nicht eindeutig zu Weiß-, Braun- oder Grünglas zugeordnet werden können, gehören in den Grünglascontainer. Denn Grünglas verträgt am ehesten Fehlfarben, ohne dass die Farbe beeinträchtigt wird.

In den Altglascontainer dürfen keine Trinkgläser und Fenstergläser, sie haben eine andere Glaszusammensetzung.

Energiesparlampen und jede Art von Leuchtmitteln sind Rest- oder sogar Sondermüll und dürfen nicht in den Altglascontainer geworfen werden, sondern gehören in den Restmüll oder auf den Wertstoffhof (Quelle: Umweltbundesamt).

Je besser Du vorsortierst, desto höher kann die Recyclingquote werden.

Das grüne Gewissen freut sich über Glas als Verpackungsmaterial, denn es ist zu 100% recyclebar - d.h. Behälterglas lässt sich zu 100% rohstofflich verwerten (DIN EN 13430). Auch Mehrwegverpackungen (DIN EN 13429) aus Glas sind möglich. Heute besteht die Mehrheit der Glasverpackungen deshalb mindestens zu einem Teil aus Altglas.

Je nach Farbe kann bis zu 60% (grün bis 90%) Altglas in jedem neuen Behälter stecken. Das Material nimmt nichts an (siehe auch Pkt. 1 Vorteile von Glas als Verpackungsmaterial) und die glatte Oberfläche ermöglicht gutes Reinigen der Behälter. Die energetische Verwertung oder Kompostierung sind nicht möglich.

Unsere Produkte aus Hüttenglas bestehen aus Kalk-Natron und gehören zur hydrolytischen Klasse III. Diese Klasse besteht für eine mittlere hydrolytische Resistenz, also eine moderate Beständigkeit von Glas gegenüber chemischen Angriffen durch Wasser, insbesondere bei hohen Temperaturen.

Ich berate Dich gerne

Jörg Holzmann
Director Technology & Production