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Werkstoff LDPE – Low-Density Polyethylen (LDPE/PE-LD) in der Verpackungsindustrie

Kunststoffe werden heute in unzähligen Varianten hergestellt. Der häufigste ist Polyethylen. Dank moderner Verfahren gibt es auch von diesem Stoff heute unterschiedliche Variationen. Das im Hochdruckverfahren hergestellte Low-Density Polyethylen oder LDPE ist eine davon.
Wie sein Name schon sagt, weist dieses Polyethylen aufgrund seiner stark verzweigten Polymerketten eine niedrige Dichte auf, die zwischen 0,915 g/cm³ und 0,935 g/cm³ liegt. Das macht den Kunststoff sehr leicht. Gleichzeitig ist PE-LD deutlich weicher und flexibler als sein Verwandter, das High-Density Polyethylen. Dadurch ist es allerdings weniger beständig gegen Abrieb als sein harter Verwandter.
LDPE ist sehr temperaturbeständig und kann daher bei Temperaturen von -40°C bis 95°C verwendet werden. Diese weite Temperaturspanne macht es unter anderem als Verpackungsstoff sehr attraktiv. Bei Zimmertemperatur ist dieses Polyethylen, wenn es nicht gefärbt wird, in Naturzustand milchig transparent bis durchscheinend.

Low-Density Polyethylen kommt als Verpackungsmaterial gleich mit mehreren Vorteilen daher. Durch seine geringe Dichte ist es nicht nur deutlich leichter als Glasverpackungen. Es schlägt auch so manchen Kunststoff in Hinblick auf das Gewicht. Durch seine weichere Konsistenz ist es besonders bruchfest. Die hohe Flexibilität prädestiniert das Material geradezu für Behältnisse, die verformbar sein müssen - wie etwa Tuben. Aber auch für Folien oder Tüten eignet sich der Kunststoff perfekt. Da LDPE zudem hervorragende elektrisch isolierende Eigenschaften aufweist, findet es auch bei der Herstellung von Kabeln Verwendung. Dank seiner guten Transparenz lassen sich bei Verpackungen aus LDPE die Füllstände des Inhaltes sehr gut erkennen.
PE-LD ist wie alle Polyethylene physiologisch unbedenklich. Das bedeutet, dass es keinerlei Stoffe abgibt, die im menschlichen Körper verstoffwechselt werden oder diesen anderweitig beeinflussen können. Daher eignet sich das Material auch für die Verpackung von Lebensmitteln und Pharmaprodukten.
Ein weiterer Pluspunkt dieses Kunststoffes: Seine Herstellung ist sehr preiswert. Damit sind auch die daraus hergestellten Verpackungen sehr kostengünstig.
Unbehandelt lässt sich die Oberfläche jedoch schlecht direkt bedrucken und bekleben. Daher muss sie bei Verpackungen für die notwendigen Angaben in der Regel behandelt werden. 

Mit Verpackungen aus LDPE lassen sich viele Produkte einfassen. Dazu gehören unter anderem Säuren, Basen und Alkohole. Für diese Stoffgruppen ist Low-Density Polyethylen bestens geeignet. Auch für Stoffe aus der Gruppe der Aldehyde, Ketone und Pflanzenöle eignet sich der Kunststoff als Verpackungsmaterial. Nur begrenzt einsatzfähig ist er dagegen bei aliphatischen und aromatischen Kohlenwasserstoffen, Mineralöl und oxidierenden Verbindungen. Für halogene Kohlenwasserstoffe sollte LDPE gar nicht verwendet werden. Diese Verbindungen lassen den Werkstoff aufquellen und treten durch die Verpackungswand.

LDPE ist durch diese vielfältigen Einsatzmöglichkeiten für die Verpackung verschiedenster Substanzen aus unterschiedlichen Industriezweigen geeignet. Sowohl in der Pharma- und Lebensmittelindustrie als auch für Hersteller chemischer Produkte, und Farbenproduzenten sowie Kosmetikfirmen ist PE-LD interessant. Zum einen bietet es eine preisgünstige Option zur Verpackung. Zum anderen erlaubt die physiologische Unbedenklichkeit seinen Einsatz bei Produkten wie Lebensmitteln und Medikamenten, die vom Verbraucher konsumiert werden. Die Flexibilität des Materials ist ideal für Pasten und Cremes, die in Tuben verpackt werden sollen. So kann der Inhalt vom Verbraucher problemlos aus der Tube gedrückt werden.
Werden Flüssigkeiten in Low-Density Polyethylen verpackt, punktet das Material unter anderem mit seiner Transparenz. Dadurch lässt sich jederzeit der Füllstand der Packung erkennen. So garantieren diese Verpackungen beispielsweise bei Farben und Lacken einen schnellen Überblick, wie voll der Behälter noch ist. Für Lacke, Farben und andere chemische Produkte ist zudem äußerst wichtig, dass die Stoffe aus den oben genannten Gruppen den Kunststoff nicht angreifen oder Verbindungen herauslösen können, die die Qualität beeinträchtigen.

Low-Density Polyethylen ist also ein vielseitiger Kunststoff, der sich nicht umsonst in der Verpackungsindustrie größter Beliebtheit erfreut. Günstig, flexibel und für zahlreiche Produkte geeignet setzt es sich in vielen Branchen durch, die nach einer kostengünstigen und gleichzeitig leichten Verpackung suchen.